Streit um Linie 27

#1 von Michael , 07.09.2006 10:35

In der heutigen MZ ist Folgendes zu lesen:

Zitat

Die Reideburger lassen nicht locker. Ihr Protest gegen die Einstellung der Buslinie 27 zwischen Büschdorf und Rannischem Platz ab Oktober (die MZ berichtete) wird stärker. Gab es im Juni, als der Plan der Havag bekannt wurde, einzelne Unmutsäußerungen, hat sich nun eine Bürgergruppe zusammengefunden. Sie kämpft für die Beibehaltung dieser Strecke energisch, hat dafür über 800 Unterschriften gesammelt.

Denn die Reideburger Bürger befürchten, dass auf sie zeitliche und finanzielle Mehrbelastungen zukommen, wenn die "27" nicht mehr fährt. Für den Osten Halles verschlechtere sich die Anbindung an das Stadtzentrum drastisch, sagt Martina Wildgrube. Auf ihre Initiative hin hat sich die Gruppe mit rund 15 Mitgliedern formiert.

Wohngebiete wachsen

Es müsse sich nur jemand "vor den Karren spannen", dann machen die Leute auch mit, so die Erfahrung der Rechtsanwältin mit eigener Kanzlei, die nicht in Reideburg wohnt. "Ich habe ein einziges Mal versucht, Reideburg mit dem Bus zu erreichen und war bedient. Und nun soll die Verbindung noch schlechter werden - das müssen sich die Bürger nicht gefallen lassen, begründet sie ihr Engagement, zumal der Osten der Stadt ein Gebiet sei, in dem immer mehr Menschen leben. Die Gruppe kann die Argumentation der Havag nicht nachvollziehen, dass man besser ins Zentrum gelangt, wenn die "27" an der Endschleife Büschdorf endet und die Leute in eine Bahn der "7" umsteigen müssen; sie fährt über den Franckeplatz zum Markt.

Gespräch abgelehnt

Im Gegenteil, so Martina Wildgrube, für Schüler und ältere Menschen werden sich die Bedingungen verschlechtern. Sie hatte die Havag um ein Gespräch gebeten, das abgelehnt wurde. Die "27" werde auf jeden Fall gestrichen, hieß es. Auch Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (SPD) macht den Reideburgern keine Hoffnung und verweist vielmehr auf finanzielle Zwänge und sinkende Fahrgastzahlen, die ein Nebeneinander von Bus und Bahn auf der Delitzscher Straße nicht rechtfertigten.

Auch wenn im neuen Fahrplan ab Oktober der 27-er Bus nicht mehr enthalten sein wird - aufgeben will die Bürgergruppe nicht. "Wir lassen nicht locker", so Martina Wildgrube. Die Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl will sie ebenso um Hilfe bitten wie die Stadtrats-Fraktionen.


Meine persönliche Meinung dazu:

Eine Rechtsanwältin, die zu doo... ist, mit dem Bus vernünftig nach Reideburg zu fahren (Das ist nun echt kein Problem!), ist nicht gerade prädestiniert dafür, ein Urteil über Sinn oder Unsinn dieser Rationalisierungsmaßnahme zu fällen.

Fakt ist: Ein Parallelverkehr von Bus und Bahn über eine längere Strecke (wie momentan in der Delitzscher Straße noch der Fall) ist de facto wenig sinnvoll, da Bahn und Bus unterschiedliche Aufgaben haben: Die Bahn erschließt dicht besiedelte Gebiete, der Bus wird in schwächer besiedelten Gebieten eingesetzt. Wie will man also einen parallelen Einsatz dieser beiden Verkehrsmittel rechtfertigen?!

Das Problem ist doch einfach, daß die Leute ihre liebgewonnene Bequemlichkeit nicht ein Stückweit aufgeben wollen. Mir ist bis jetzt noch nichts von Protesten aus Heide-Nord bekannt geworden, obwohl die Leute dort schon immer umsteigen mußten, wenn sie ins Zentrum wollten. Und in Heide-Nord dürften nach wie vor mehr Leute wohnen als in Reideburg...

FAZIT: Viel Lärm um (fast) nichts, forciert von einer wahrscheinlich etwas geltungssüchtigen Person, die noch nicht einmal vor Ort wohnt und offenbar auch Fahrpläne nicht richtig lesen kann...


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RE: Streit um Linie 27

#2 von funkenkutsche , 07.09.2006 10:55

Kurz und knapp gesagt: Ein "unterirdischer" Artikel! Nur Halbwahrheiten und Stimmungsmache. Beiträge dieser Art kennt man eigentlich eher von dieser Boulevardzeitung mit den 4 großen Buchstaben.
Im übrigen erinnert mich das Ganze an den monatelangen Streit im Frühjahr in Berlin über die Fernverkehrshalte im Bahnhof Zoo. Auch da war eine pensionierte Pfarrerin aus dem Nobelviertel Grunewald Anführerin der Protestbewegung. Auch Frau Pfarrerin hatte keinen blassen Schimmer von der Materie, konnte aber wunderbar Stimmung machen. Jetzt sind 3 Monate seit dem DB-Fahrplanwechsel vergangen und man hört kaum noch etwas! Auch wenn Berlin "in einer viel höheren Liga als Halle spielt": Hoffen wir, dass sich auch die Reideburger und Diemitzer an die Veränderungen gewöhnen werden!
Übrigens steht eine Seite weiter noch ein Kommentar in der MZ: In ihm wird behauptet: "Und siehe da - seit einger Zeit fährt die '3' zwischen Trotha und der Südstadt wieder." Wie lange mag es her sein, dass ein Redakteur der MZ-Lokalredaktion zum letzten Mal ein Verkehrsmittel der HAVAG als Fahrgast benutzt hat!!! Kein weiterer Kommentar!


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RE: Streit um Linie 27

#3 von FTB , 07.09.2006 13:15

Vielleicht ist auch nur ganz einfach:
Möglicherweise brauchte jemand neu Aufträge.
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RE: Streit um Linie 27

#4 von FTB , 07.09.2006 13:20

Wo wir gerade beim Thema sind:
Soll BL 27 weiterhin zukünftig an der Berliner Brücke enden oder die sinnvollere Endstelle wie bisher aum Steintor haben?
FTB


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RE: Streit um Linie 27

#5 von funkenkutsche , 07.09.2006 13:43

Zitat von FTB
Wo wir gerade beim Thema sind:
Soll BL 27 weiterhin zukünftig an der Berliner Brücke enden oder die sinnvollere Endstelle wie bisher aum Steintor haben?
FTB

Das Stadtplanungsamt, Bereich Verkehrsplanung und die HAVAG haben sich gemeinsam auf die Fahnen geschrieben, jedweden Parallelverkehr Strab Bus konsequent abzuschaffen.
Die Geschichte scheint mittlerweile unabwendbar festzustehen, zur Beruhigung der Fahrgäste war gerüchteweise sogar etwas von Wartehalten der Straßenbahn zur Sicherung der Anschlüsse an der Berliner Brücke zu hören!


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RE: Streit um Linie 27

#6 von truestepper , 07.09.2006 18:05

Hmmm...

die Anbindung an den Steintor würd ich lassen, ist ja auch nur ein knapper Kilometer Weg obwohl natürlich man beim neuen Netz an der Haltestelle Berliner Brücke in beiden Richtungen gute Anbindungen an die Innenstadt hätte.
Büschdorf ist dagegen ne andere Geschichte auch im Hinblick auf die Verlängerung der Gleistrasse, die ja wohl hoffentlich irgendwann mal kommen wird!
Bei Parallelverkehren sollte man halt immer genau prüfen, welche Aufgaben die einzelnen Verkehrsarten haben und ob sich diese eventuell decken. Natürlich gehört auch eine Analyse über eine eventuelle Verlängerung der komplexen Reisezeit dazu.
Der Vergleich mit dem Berliner Stadtbahnhof Zoo hinkt ein bisschen, auch wenn bei beiden Protesten Deppen am Werk sind. Solche Personen sollten mal Gespräche führen mit Leuten, die tatsächlich Ahnung von ÖPNV haben. Da fällt mir doch glatt wieder dieser CDU-Autobevorzuger-Stadtratsmensch ein, mit dem ich vor einigen Jahren mal nen netten Plausch geführt hatte.
Es gibt Städte und VU's, die für die Lösung solcher Probleme sehr eng mit Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten. In Halle scheint dieser wie immer nicht der Fall zu sein.


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RE: Streit um Linie 27

#7 von Mr.Eierhals , 08.09.2006 03:20

Meines Wissens wird die 27 an der Berliner Brücke enden und dort ein Anschluß zur Straßenbahn eingeführt.


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RE: Streit um Linie 27

#8 von FTB , 08.09.2006 12:12

Hat man mal ermittelt, wie stark der Umsteigeverkehr BL 27 / S-Bahn an der Steintorbrücke ist? Denn der Umstieg zur S-Bahn wäre damit ja kaputt bzw. für die Reideburger komplett zum Hbf. verlegt.
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RE: Streit um Linie 27

#9 von schaffner53 , 08.09.2006 15:27

Zitat von FTB
Hat man mal ermittelt, wie stark der Umsteigeverkehr BL 27 / S-Bahn an der Steintorbrücke ist? Denn der Umstieg zur S-Bahn wäre damit ja kaputt bzw. für die Reideburger komplett zum Hbf. verlegt.
FTB



Nach meinen - allerdings unmassgeblichen - Beobachtungen steigen an der Steintorbrücke tagsüber max . 1 - 2, selten 3 Personen/Bus, in die S-Bahn um. Un die kommen bestimmt auch noch alle aus Reideburg und verlieren eine für diesen Ortsteil scheinbar eminent wichtigen Anschluss an der Steintorbrücke:

Ankunft Linie 27 z.Zt. Minute 01 und 31, Abfahrt S-Bahn Richtung Neustadt Min. 09, 29 und 49 - somit Wartezeiten 8 bzw. 18 Minuten.Iin der Gegenrichtung Ankuft der S-Bahn Minute 10, 30, 50, Abfahrt Linie 27 Minute 10 und 40. Das ergibt Wartezeiten 10 bzw. 20 Minuten.
Wer's noch aus/in Richtung Trotha wissen will, kann ja selbst nachsehen.

Aber sicher gibt es Busfreaks, die von Reideburg kommen, zum Hauptbahnhof wollen und den Weg über die Steintorbrücke wählen werden, weil es ja Linie 27 (noch) möglich macht - Grins!


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RE: Streit um Linie 27

#10 von Saalekreiser , 15.09.2008 16:16

Hallo,
ab kommenden Montag bis vsl. 21.12.08 fährt die Busline 27 mit der Funktion als SEV bis zum Hauptbahnhof. Der Abschnitt Berliner Brücke - Büschdorf wird dabei wie gewohnt vom Bus bedient. Zwischen den Haltestellen Büschdorf und Hauptbahnhof wird an Werktagen in einem 8' bzw. 15' Takt gefahren. Am Wochenende in einem 20 Minuten Takt.

Richtung Hauptbahnhof:
Der Bus verkehrt ab Büschdorf über Delitzscher Straße, Grenzstraße, Industriegebiet Ost, Reideburger Straße und Landsberger Straße zum Hauptbahnhof. Die neueingerichtete Haltestelle befindet sich auf der Delitzscher Straße unter den Bahnhofsbrücken. Diese Haltestelle wird auch bei der Abfahrt nach Büschdorf (-Berliner Brücke) genutzt. Gewendet wird am Kreisverkehr Riebeckplatz.

Richtung Büschdorf - Berliner Brücke
Wie Liniennormalverlauf der SL7

An den ersten Tagen steht das HAVAG-Team vor Ort zur Verfügung

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RE: Streit um Linie 27

#11 von FTB , 15.09.2008 16:27

Na da sind wir mal gespannt.
Ich habe mir jetzt auch noch mal den Eröffnungsbeitrag durchgelesen. An sich ein Plädoyer für die Verlängerung der NBS bis in die Ortslage Reideburg.
Und da wäre ich sogar (ausnahmsweise *g*) für eine eingleisige Strecke.
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RE: Streit um Linie 27

#12 von FTB , 22.09.2008 15:42

Hat schon jemand gesehen, wie der SEV angelaufen ist?
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RE: Streit um Linie 27

#13 von Saalekreiser , 22.09.2008 16:13

habe heute nur einen Bus 27 Hauptbahnhof in Reideburg gesehen. Die meisten Fahrgäste haben verdutzt an die Anzeige geschaut.

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RE: Streit um Linie 27

#14 von G-e-o-r-g-V , 22.09.2008 19:52

Gelenkbusse auf der 27(u.a.321) und im Steinweg SEV.

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RE: Streit um Linie 27

#15 von FTB , 05.12.2008 08:48

Warum soll eigentlich BL 27 ab Fahrplanwechsel am Btf. starten? Kundenunfreundlicher geht es kaum (oder will man die Kunden nur nicht an Luxus gewöhnen?).
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