Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#1 von MGT6D 631 , 16.12.2006 13:14

Hallo,

wie auf L-NV.de zu lesen ist, wird die jetzige S10 zur S3 und fährt ab Halle ganz normal bis Leipzig-Gohlis, über den HBF(tief) und durch den Citytunnel nach Stötteritz und weiter Richtung Wurzen. Der Flughafenexpress wird zur S5 und verkehrt von Halle HBF über den Flughafen,die Messe zum HBF Leipzig(tief) durch den Citytunnel und weiter nach Altenburg. Das ist noch nicht die endgültige Fassung des Netzes und wird eventuell nochmal überarbeitet. Das Netz soll nach der Eröffnung des Citytunnels Leipzig ca. 2009 umgesetzt werden. Eine vorläufige Fassung des Netzes ist unter folgendem Link zu finden:

http://www.l-nv.de/fotos/aktuelles_20060309_ctl-netz.pdf


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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#2 von FTB , 16.12.2006 16:31

Im zukünftigen mitteldeutschen S-Bahnnetz scheint die S7 keine Rolle mehr zu spielen.
Dann hat der Herr D. aus Magdeburg doch recht, wenn er über eine Regio-S-Bahn Halle schwadroniert.
Auch scheint es unterschiedliche Vorstellungen über die künftigen Fahrzeuge zu geben. In Leipzig wird mit einem Elektrotriebzug geflirtet, im Raum Halle scheint das noch eher unentschieden. Das angedachte Regio-S-Bahnnetz ist auch eher Regionalverkehr (Eisleben, Bitterfeld, Naumburg).
Quo vadis, S-Bahn Halle?
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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#3 von Marko , 16.12.2006 22:04

1. steht da deutlich auf dem Plan: Liniennetz LEIPZIG - also muss die S7 da nicht zwingend drauf enthalten sein(es sei denn,es gäbe eine Durchbindung nach Trotha oder Ha-Neu). Eine Durchbindung ist solange auch Schwachsinn solange beide Linien keinen kompatiblen Takt aufweisen....
2. sind fast alle neuen S-Bahn-Netze die mir geläufig sind nix anderes als aufgewertete Regionalbahnen. Hier wird der Begriff S-Bahn mehr als Marketinginstrument gebraucht. OK - wenn da bessere Verbindungen, Fahrpläne und Fahrzeuge rausspringen kann das von mir aus heissen wie es will ...
3. Fahrzeuge: die wahren S-Bahn-Fahrzeuge sind einfach mal E-Triebwagen (z.B. 420er, Quietschie, Flirt etc.) [duckundweg...] - aber der City-Tunnel in Leipzig braucht Fahrzeuge mit Tunnelzulassung - und da fallen wohl die 143 + Dostos nicht drunter...!?


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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#4 von marcel , 17.12.2006 00:00

Zitat von Marko
ber der City-Tunnel in Leipzig braucht Fahrzeuge mit Tunnelzulassung - und da fallen wohl die 143 + Dostos nicht drunter...!?



Ist denn der Haltepunktel "S-Bahnhof-Neustadt" nicht auch als Tunnel im Sinne der Vorschriften zu sehen, und wird dieser nicht auch von diesen Wagen bedient?


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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#5 von MGT6D 631 , 17.12.2006 09:28

Ist denn der Haltepunktel "S-Bahnhof-Neustadt" nicht auch als Tunnel im Sinne der Vorschriften zu sehen, und wird dieser nicht auch von diesen Wagen bedient?[/quote]

Aber ich glaube der Tunnel in Neustadt ist nicht wirklich ein Tunnel,wie es der Citytunnel werden soll. Der City-Tunnel in Leipzig soll doch sicher nicht so hoch und breit werden wie der in Neustadt


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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#6 von strassenbahnsonderfahrten , 17.12.2006 10:29

Der S-Bahntunnel Neustadt ist unter einen km lang soweit ich weiß und braucht daher nicht mit NBÜ durchfahren werden. Außerdem kann man ihn auch als Überdachten Bahnhof bezeichnen, wo Züge planmäßig halten.

Zu deinen Sicherheitsbedenken: Notausgänge, bzw. Ausgänge sind genügend vorhanden.
Das Profil des Tunnelbahnhof ist groß genug gewählt, das fast alle Eisenbahnfahrzeuge durchfahren dürfen.

Weiterhin haben schon vorhandene Bauwerke Bestandschutz. So auch in Mainz, wo es zwei gleich lange Tunnel über 1 km gibt, einer ist neu gebaut und einer ist alt.
Den alten dürfen alle Züge durchfahren, den neuen, hingegen nur Züge mit wirksamer NBÜ (NotBremsÜberbrückung).


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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#7 von FTB , 17.12.2006 17:24

Zitat von Marko
1. steht da deutlich auf dem Plan: Liniennetz LEIPZIG - also muss die S7 da nicht zwingend drauf enthalten sein(es sei denn,es gäbe eine Durchbindung nach Trotha oder Ha-Neu).
3. Fahrzeuge: die wahren S-Bahn-Fahrzeuge sind einfach mal E-Triebwagen (z.B. 420er, Quietschie, Flirt etc.) [duckundweg...] fallen wohl


Ich habe nur fast den Verdacht, daß man sich von einem gemeinsamen mitteldeutschen S-Bahnsystem so nach und nach verabschiedet (wie auch der Idee eines gemeinsamen Bundeslandes Mitteldeutschland). Geiz ist eben doch geil.
Unter dem Aspekt sehe ich die Idee aus Magdeburg für eine Regio-S-Bahn Halle etwas entspannter als noch vor einigen Monaten.
Zur Fahrzeugfrage: Ostdeutschland steht in der Tradition der Doppelstockwagen und die Fahrzeuge haben sich in jahrzehntelangem Einsatz bewährt. Über die Breite der Einstiege und des Auffangraumes dahinter kann man sicher streiten. Die ostdeutschen S-Bahnen beweisen, daß es geht. Im Westen hat man die ET420 und soll sie auch behalten.
Unter den dortigen Bedingungen sind diese Fahrzeuge sicher auch besser geeignet.
Der Vorteil der 143+Dostos sind deren Kompatibilität mit dem vorhandenen Fahrzeugpark was ein nicht zu unterschätzendes Sparpotential ist. Ich habe bis jetzt noch kein wirklich überzeugendes Argument gehört, warum im Citytunnel Leipzig kein Dosto-Einsatz möglich sein soll. Hier geht es wahrscheinlich eher um Glaubensfragen (und Absatzinteressen interessierter Unternehmen).
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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#8 von CB , 17.12.2006 19:58

Zitat von FTB
Die ostdeutschen S-Bahnen beweisen, daß es geht. Im Westen hat man die ET420 und soll sie auch behalten. Unter den dortigen Bedingungen sind diese Fahrzeuge sicher auch besser geeignet.


"Im Westen" gibt es allein bei den DB-Netz-kompatiblen S-Bahnen diverse verschiedene Fahrzeugtypen, nicht nur den inzwischen allmählich in Ausmusterung befindlichen 420. Es gibt ja z.B. auch die mit BR 143 (früher BR 111) bespannten x-Wagen-Züge an Rhein, Ruhr und Sieg (VRR/VRS) und dann als Nachfolger des 420 den 423. Allen, auch elektrisch anderen Systemen wie in Berlin und Hamburg ist jedoch gemeinsam, dass sie über viele Türen (mind. 3 Türpaare pro Wagenseite), eine hohe Reisegeschwindigkeit, relativ niedrige Haltestellenabstände und eine hohe Einstiegskante für niveaugleichen Einstieg verfügen. Gerade bei den Türen weichen Dosto-basierende Systeme deutlich davon ab: schneller Fahrgastwechsel ist was anderes als das, was damit möglich ist. Da haben Dosto-Züge ganz einfach eher RE-Charakter - ein Feld, auf dem sie auch und gerade im Westen dank moderner, komfortabler Fahrzeuge schon seit vielen Jahren erfolgreich fahren (z.B. der NRW-Pendlerbagger RE1 von Ostwestfalen nach Köln/Aachen oder die RE Kassel-Frankfurt/Main).

Was die Kompatibilität angeht: an Rhein und Ruhr werden die Lok-Wagen-Züge über kurz oder lang 423ern (oder moderneren Triebwagen wie dem FLIRT) weichen, weil dieses Lok-Wagen-Konzept nie wirklich überzeugt hat. Unflexibler geht es ja auch kaum: man hat immer feste Zuggarnituren, kann nicht schwächen, nicht verstärken, nicht flügeln - für eine wirkliche S-Bahn ein Hemmnis erster Güte. U-Bahnen fährt man ja auch nicht als lokbespannte Züge...

Zitat von FTB
Ich habe bis jetzt noch kein wirklich überzeugendes Argument gehört, warum im Citytunnel Leipzig kein Dosto-Einsatz möglich sein soll. Hier geht es wahrscheinlich eher um Glaubensfragen


Wenn das Problem die von den Vorschriften für neue Tunnel vorgeschriebene NBÜ ist, dann gibt es nur wenige Möglichkeiten:
1. Altfahrzeuge umrüsten (-> vermutlich unwirtschaftlich)
2. Neue Fahrzeuge anschaffen
3. Sich einen stichhaltigen Grund für eine Ausnahmegenehmigung ausdenken und darauf hoffen, dass nie was passiert.

Im übrigen ist das eine Frage der Tunnelhöhe. Dosto-Wagen sind nunmal höher als "einfache" Wagen und es bedarf eines gewissen Sicherheitsabstandes zwischen Fahrdraht und Wagendach, sonst kommt es bei vertikalen Schaukelbwegungen des Wagens zu Funkenüberschlägen und somit zum Kurzschluß. Wenn der Tunnel also nicht hoch genug gebaut wurde (anders als z.B. der Nord-Süd-Tunnel in Berlin) passen eben keine Dostos durch. Das schlagende Argument wäre hier also das Maßband.

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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#9 von Marko , 17.12.2006 20:45

nur als kleine Korrektur:
im Hochflur-S-Bahnbereich (420, 423, x-Wagen) wird der FLIRT keine Konkurrenz sein, da er bislang auch nur als Niederflurwagen konzipiert ist (fuer Hochflur haben 420 und 423 sicher das bessere Antriebskonzept). Er ist eine spurtstarke Alternative zu "normalen" lokbespannten Zügen und eine Konkurenz zu den BR 425/426 .


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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#10 von CB , 17.12.2006 21:06

Zitat von Marko
Er ist eine spurtstarke Alternative zu "normalen" lokbespannten Zügen und eine Konkurenz zu den BR 425/426 .


Ja, richtig. Ich hatte mich von der Abellio-Bestellung irritieren lassen, wobei an der Strecke Essen-Hagen inzwischen auch überall Hochbahnsteige vorhanden sind - nur wohl nicht auf der üblichen S-Bahn-Höhe.

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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#11 von strassenbahnsonderfahrten , 18.12.2006 01:56

Für Halle wären die 423 und 425 als S-Bahn besser geeignet, auch wegen dem Vandalismus. Mein Vorschlag: tausche die 425 der RB MD - Halle gegen die Dosto S-Bahn.


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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#12 von Sascha Claus , 18.12.2006 12:15

Tagchen,

Zitat von FTB
Ich habe bis jetzt noch kein wirklich überzeugendes Argument gehört, warum im Citytunnel Leipzig kein Dosto-Einsatz möglich sein soll.


musste äähm zuheern. Das geplante Betriebskonzept, die Infrastruktur auf das viel zu wenigste zu stutzen und fast den gesamten elektrischen Nahverkehr durch zwei Gleise zu pferchen verlangt nach sehr kurzen Haltezeiten, die mit den wenigen Türen der Dostos nicht zu erreichen sind und Dostos mit drei oder vier Türen pro Wagenseite sind derzeit nicht in Sicht.

Zitat
Hier geht es wahrscheinlich eher um Glaubensfragen (und Absatzinteressen interessierter Unternehmen).


Die sind es, die so sehr an Dostos interessiert sind. Wenn Herr Jurk erst erfährt, dass in Bautzen eine Ziegelei sitzt!


 
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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#13 von truestepper , 18.12.2006 12:58

Das ganze hier erinnert mich an einen Vortrag vom Chef der Frankfurter S-Bahn Dr. Dirmeyer, der bei uns damals mal zu Gast gewesen ist. Er nannte damals de Dresdener S-Bahn eine "Vorstufe einer Mutation einer S-Bahn". Wenn man bedenkt, dass in Dresden die S-Bahnen (1 und 2) zumindest tatsächlich mitten durch Dresden fahren und so auch ein recht großes Fahrgastpotential besitzen, was sind dann die halleschen und leipziger S-Bahnen?
Für mich persönlich haben diese Systeme schon seit Jahren den Begriff S-Bahn nicht mehr verdient, da sie seit Jahren an Freund und Feind vorbei fahren. Gründe sind die veränderten Fahrtziele der Bürger und die Veränderungen der Wohn- und Siedlungsstruktur sowie der Wegfall der Großkombinate. In Leipzig wird sich dieses Bild mit dem Bau des Citytunnels zumindest ein bisschen verändern.
Aber war jemand von euch schonmal in Berlin, in Frankfurt oder im Ruhrgebiet mit der S-Bahn unterwegs?
Frankfurt hat auch einen City-Tunnel, durch den mindestens alle 120 Sekunden eine S-Bahn verkehrt. Und dort kommt es auf jede noch so kleine Randbedingung an. Niveaugleichheit, Spalt zwischen Tür und Bahnsteigkante, das Wetter (im Regen brauchen die Leute wegen dem Öffnen und schliessen ihres Regenschirms tatsächlich länger!), das genaue Bremsen der S-Bahn (die Pendler stehen jeden mörgen genau an der selben Stelle und warten auf IHRE Bahn), Anzahl der Türen, Türbreite, Breite des Einstiegsbereichs, Treppen im Zug?, Sicherungs- und Signaltechnik und und und. In einem modernen S-Bahn-System gibt es keine Doppelstockwagen und keine Loks. Die Geschichte mit der Flexibilität wurde ja schon von einigen von euch erwähnt.

So, damit ich meinen Text nicht verlängern muss, bitte ich doch einfach jeden Interessierten am nächsten Mittwoch zum Stammtisch zu kommen. Bei Interesse kann ich genaueres Material dazu mitbringen. z.B. was die Definitionen von S-Bahnen betrifft. Wer sonst noch irgendwas aus Dresden braucht, kann mir das natürlich auch schreiben.


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RE: Umstellung zur Eröffnung des Citytunnels Leipzig

#14 von FTB , 19.12.2006 10:21

Zitat von Sascha Claus
Tagchen,

Zitat von FTB
Ich habe bis jetzt noch kein wirklich überzeugendes Argument gehört, warum im Citytunnel Leipzig kein Dosto-Einsatz möglich sein soll.


musste äähm zuheern. Das geplante Betriebskonzept, die Infrastruktur auf das viel zu wenigste zu stutzen und fast den gesamten elektrischen Nahverkehr durch zwei Gleise zu pferchen verlangt nach sehr kurzen Haltezeiten, die mit den wenigen Türen der Dostos nicht zu erreichen sind und Dostos mit drei oder vier Türen pro Wagenseite sind derzeit nicht in Sicht.



Das Ballungsgebiet Halle/Leipzig ist bei weitem nicht mit denen westlicherseits zu vergleichen.
Solange S-Bahnen im Stundentakt noch ausreichen (S11 mal als Stichwort), kann man glaube ich nicht wirklich von Massenverkehrsmitteln reden. Ob der Citytunnel (den ich im Übrigen befürworte) das ändern wird, werden wir in 10 Jahren wissen.

Zitat
Hier geht es wahrscheinlich eher um Glaubensfragen (und Absatzinteressen interessierter Unternehmen).


Die sind es, die so sehr an Dostos interessiert sind. Wenn Herr Jurk erst erfährt, dass in Bautzen eine Ziegelei sitzt![/quote]
Genauer in Vierkirchen. Ist ein nach der Wende neu gebautes Klinkerwerk, das auf dem niederschlesischen Rohstoffhorizont sitzt, der bis kurz vor Liegnitz (Legnica) reicht.
Das Werk gehört zur AKA Ziegelgruppe, die ihrerseits wieder zum weltgrößten Ziegelkonzern CRH gehört.
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